Vom entschleunigten Hausboot-Trip auf dem Canal du Midi bis zum abenteuerlichen Test einer Studien- und Erlebnisreise war mein Reisejahr 2025 wieder einmal ereignisreich. Gleichzeitig wird aber auch deutlich: Der Reisejournalismus steht vor Herausforderungen.
Gleich vorweg: Es hat mehrere Gründe, dass mein Jahresrückblick mit dem letzten Tag des ersten Quartals 2026 gerade noch so „rechtzeitig“ erscheint. Der mit dem Tod eines Elternteils verbundene Organisationsaufwand aus dem letzten Jahr ist sicher einer davon, auch eine Diagnose, die im vergangenen Frühjahr vieles in meinem Leben ins richtige Licht gerückt hat. Was dagegen kein Grund ist, dass dieser Blog in den vergangenen Monaten in den Dornröschenschlaf verfallen ist: Ein Mangel aus Geschichten und Neuigkeiten aus meinem Alltag als Reisejournalistin.
Tatsächlich gibt es wieder einmal eher zu viel als zu wenig zu berichten, etwa von meiner ersten Flusskreuzfahrt, einer Recherche, die einige Planänderungen in petto hatte, und einer Reise für ein Konzert, das sich auch ein knappes Dreivierteljahr später noch anfühlt als hätte ich es einfach nur geträumt. Gleichzeitig war 2025 aber auch ein Jahr des Wandels, denn dass moderne Entwicklungen auch den Reisejournalismus nachhaltig verändern, lässt sich seit 2025 wirklich nicht mehr leugnen.

Über 37.000 Kilometer in 117 Tagen: Mein Reisejahr 2025 in Zahlen
Und noch eine weitere Erkenntnis habe ich aus dem Reisejahr 2025 mitgenommen: Nach meinem Schwerpunkt aufs Thema „Reisen Lernen“, also meine Erfahrungen mit der Verbindung aus den Themen Reisen und Angststörung, ist es nach anstrengenden Zeiten zwischen Buchproduktionen, Recherchen und privaten Reiseplänen auch mal an der Zeit mich mit dem Thema „Urlaub lernen“ zu beschäftigen. Und so sehr ich das fürs Jahresende von 2025 auch geplant hatte, ist das ein Projekt, das ich nach 2026 mitgenommen habe.
Jetzt aber wirklich zum versprochenen Jahresrückblick, für die ich meine Polarsteps-App mal nach einer kleinen Statistik-Übersicht befragt habe. Insgesamt habe ich im Jahr 2025 17 Reisen getrackt, wobei zwei davon jeweils über den Jahreswechsel lagen und zwar privater Natur waren, sich aber doch nicht so wirklich als Urlaub bezeichnen lassen. In insgesamt 117 Tagen habe ich knappe 37.500 Kilometer zurückgelegt und war dafür vor allem in unzähligen Zügen aber auch in etlichen anderen Verkehrsmitteln unterwegs und habe auch wieder von einigen spannenden Roadtrips zu berichten.

Kurze Strecken und große Herausforderungen bei meinen Reisen 2025
Dabei lag die kürzeste Reisedistanz mit nur knapp über 300 Kilometern direkt am Anfang des Jahres und führte mich und meinen Partner für einige Tage und ein Konzert eines schottischen Singer-Songwriters nach Köln, die längste ging mit rund 11.200 Kilometern im Herbst über den Monatswechsel September/Oktober in den Oman. Mein geplanter Reisebericht über meine erste Erfahrung einer Studien- und Erlebnisreise mit dem Anbieter Gebeco liegt aus aktuellem Anlass leider erstmal in einer Schublade – ich freue mich aber jetzt schon darauf, die Geschichten und Erlebnisse mit euch zu teilen.
Die vielleicht größte Herausforderung führte mich gemeinsam mit meiner lieben Freundin Sabrina vom Reiseblog Couchflucht nach Frankreich und zum zweiten Mal nach meiner Radtour auf der Véloscénie zu einem der beliebtesten Besucherattraktionen des Landes: dem Klosterberg Mont Saint-Michel. Dafür ging es mit Packtaschen und erstaunlich mehr Sonnen- als Regenschutz Ende April über die Radroute Traversée Bretonne längs der Küste und durchs Landesinnere der bretonischen Halbinsel, wo spannende Stadterkundungen und etliche Entdeckungen auf uns gewartet haben, und ich ganz unerwartet erstmals eine Nacht auf einem klassischen Narrowboat – einem typisch englischen Kanalboot – übernachten durfte.

Reisepremieren 2025: Überraschungen, Tests und Planänderungen
Generell war die Sache mit dem Narrowboat aber längst nicht die einzige Reisepremiere des Jahres 2025. Neben vier neuen Flaggen auf meiner noch überschaubaren Liste an Reiseländern durfte ich im Rahmen der Jahrestagung meines Berufsverbands auch erstmals das Konzept Flusskreuzfahrt testen und auf einem Schiff der Reederei Thurgau Travel von Basel aus zum Mittelrhein fahren, während ich im Spätsommer zum ersten Mal eine liebe Freundin auf ihre allererste Kreuzfahrt mitnehmen durfte.
Auf meiner ersten Kreuzfahrt des Jahres, zu der in diesem Fall mein Partner mich mitgenommen hat, gab es allerdings auch eine anschauliche Demonstration, dass auf Reisen nicht alles immer nach Plan läuft. Was in solchen Fällen zwischen Schlechtwetter und Umbuchungen allerdings eine fantastische Erinnerung ist, ist der Umstand, dass die Reisebranche so routiniert und souverän auf Planänderungen reagiert, dass es gar nicht groß auffallen muss.

Großartige Reisen auf dem Wasser: Meine Kreuzfahrt-Highlights des Jahres
Was passiert war: Bei der Einführungsfahrt des zu diesem Zeitpunkt neuesten Schiffs der Reederei NCL waren die Wetteraussichten für die Überquerung der Biskaya so schlecht, dass es erst nicht klar war, ob das Schiff es überhaupt nach Lissabon schaffen würde – und als es dann da war, den Hafen erstmal einige Tage nicht mehr verlassen konnte. Als die in Teilen eher unsanfte Überfahrt dann tatsächlich losgehen konnte, war die Reise so aus dem Zeitplan, dass ein geplanter Zwischenstopp in Rotterdam ausfallen musste und damit unsere geplante Heimreise ins Wasser fiel. Stattdessen ging es dann weiter nach Southampton und stattdessen dank des Organisationstalents der Veranstalter bei NCL von London aus zurück Richtung Frankfurt.
Umso erleichterter war ich, dass die Kreuzfahrtpremiere meiner lieben Freundin Emma so herrlich nach Plan gelaufen ist. Mit ihr war ich im August ohne auch nur eine einzige Hafenänderung, Traumwetter und größtenteils herrlich ruhiger See mit der Vasco da Gama von Nicko Cruises eine gute Woche in Dänemark und Norwegen unterwegs und hatte bei der Gelegenheit gleich zum zweiten Mal die Gelegenheit für einen Abstecher zu den Hamburg Cruise Days. Die Geschichte dazu durfte ich mit einem ganz besonderen Themendreh auch direkt im Anschluss für meinen Zeitungskunden aufschreiben.

Rückblick auf 2025: Buchprojekte und Recherchen in Deutschland
Neben den Artikeln, regelmäßigen Content-Projekten und etlichen Schichtdiensten durfte ich 2025 auch wieder an einigen Buchprojekten arbeiten. Klares Highlight: nach dem Outdoorguide zu Irland und Nordirland ging es diesmal wieder für den Societätsverlag in meine Wahlheimat Frankfurt am Main. Das Projekt war diesmal nach meinem Spazierführer Frankfurt zu Fuß, den ich zwei Jahre vorher mit dem Frankfurter Verlag gemacht hatte, ein Foodguide und führte mich in so mancher Mittagspause zu etlichen Klassikern und Geheimtipps in der Stadt.
Auch in Sachen Reiseführer-Überarbeitungen hatte ich mit insgesamt drei Projekten wieder ein volles Jahr und durfte etwa für meinen Marco Polo Reiseführer zum Bayerischen Wald mal wieder für einige Tage in meine frühere Heimat in Ostbayern. Kleines Geschenk an mich selbst: Nach einem Abstecher nach Passau und Zwiesel im Bayerischen Wald ging es sogar für ein paar sonnige Stunden zurück in meine erste Wahlheimat Regensburg.

Entspannte Recherchen und Workation-Aufgaben: Mein Alltag auf Reisen
So abenteuerlich es auf Recherche meistens zugeht – gibt es auch Pressereisen, die einem immer mal wieder die Möglichkeit geben, unterwegs zu entschleunigen. Entweder weil man nur langsam vorankommt, wie etwa bei meinem Hausboot-Trip auf dem französischen Canal du Midi, zu dem etwa meine liebe Kollegin Verena Mayer bereits eine spannende Geschichte in der taz veröffentlicht hat, oder aber auch weil es einem hin und wieder gelingt, Reisen so zu planen, dass man sie nach der Recherche noch einen Moment verlängert. Dafür konnte ich mir im Juni nochmal eine Bestätigung meiner überraschenden ersten Eindrücke von den Balearen gönnen und meinen ersten Einsatz für das touristische Fachmedium TRVL Counter noch mit einem entspannten Wochenende auf Mallorca mit meinem Partner und Freunden anhängen.
Ebenfalls irgendwie entspannt aber doch auch recht arbeitsreich ist auch meine erneute Langzeitreise nach Irland verlaufen, wo ich nach den sechs Wochen in Dublin im Jahr 2024 erneut drei Wochen bei meiner wunderbaren Gastfamilie verbringen durfte. Diese Zeiten sind allerdings weniger Urlaub als einfach nur eine Verlegung des Arbeitsalltags an einen anderen Ort. In meiner Zeit vor Ort war ich nicht nur auf einigen kurzen Recherchetrips und mehreren Arbeitsterminen in der Stadt selbst, ich habe in meiner Zeit in Irland auch die erste Entwurfsfassung eines Buches fertig geschrieben und nebenbei bei einem Abstecher an die Südküste der Insel nach Cobh auch noch am Buchkonzept eines Zukunftsprojekts gearbeitet.

Ausblick in Zeiten des Wandels: Was ich 2026 lernen und anders machen will
Wobei wir beim Abschluss dieses kleinen Rückblicks sind und meiner Erkenntnis aus einem fürchterlich von Arbeit übernommenen Neujahrsurlaub auf der Insel Sylt, der mich deutlich mehr Energie gekostet hat als ich es nach inzwischen mehreren Jahren auf Reise für überhaupt möglich gehalten hätte. Denn so glücklich ich auch über die vielen Möglichkeiten und spannenden Anekdoten bin, die mir meine tägliche Arbeit ermöglicht, ist der Job als Reisejournalistin auch mit einigen Aufs und Abs verbunden, die sich zum Jahreswechsel einmal mehr von ihrer besonders auffälligen Seite gezeigt haben.
Für mich – und auch mein inzwischen längst angebrochenes neues Reisejahr – bedeutet das neben harter Arbeit und Reiseplänen auch, dass weiterer Wandel bevorsteht, spannende Projekte und sicherlich auch wieder einige Hürden. Aber wenn mir meine Zeit bei der ITB Anfang des Monats eines bewiesen hat: Dann dass ich selbst in stürmischen Zeiten keinen Zweifel daran habe, dass ich nirgendwo anders sein will, als inmitten der großartigen Menschen dieser Branche.

