Millionen Pixel Hafenliebe: Meine liebsten Fotospots an der Elbe in Hamburg

Zum Tapetenwechsel während meiner Arbeit an neuen Kreativprojekten, unterwegs mit Freundinnen oder als Zwischenstation vor und nach Pressereisen: Über die letzten Monate ist Hamburg für mich mehr und mehr zur zweiten Basis im Alltag geworden. Eine, in der ich jedes Mal viel Zeit auf Fotostreifzügen verbringe, weil ich mich seit frühester Kindheit zwischen Elbe und Speicherstadt nie so recht satt an der Stadt sehen konnte. Und glücklicherweise hat sich das bis heute nie geändert. Darum gibt’s hier meine liebsten Fotospots an der Elbe und ihrer näheren Umgebung.

Wer diesem Blog oder meinem Instagram-Account schon eine Zeit lang folgt, weiß: Ich liebe Städte und ich liebe Wasser. Und um die Stadt, der ich diese Liebe vermutlich zu verdanken habe, geht es hier im Blog viel zu selten. Seit meiner Kindheit war Hamburg für mich immer eine Art Sehnsuchtsort, als Zwischenstation zu Nord- oder Ostseeurlauben symbolisierte die Stadt immer die Sehnsucht nach Meer und da zum Glück auch Verwandte ganz in der Nähe wohnen, hat sich so relativ häufig die Möglichkeit für einen Besuch ergeben. Auch in den letzten Jahren habe ich es kaum ein Jahr ausgehalten, der Elbe mal keinen Besuch abzustatten. Und in diesem Jahr komme ich immerhin schon auf ganze vier Hamburg-Abstecher mit Nummer fünf und sechs bereits in Planung.

Grund genug, mich in der Zeit, die ich mir für meine aktuellen Projekte eine Art Hausarrest im Rhein-Main-Gebiet verordnet habe, immer wieder durch Fotos zu wühlen und mich ans Wasser zu träumen. Und was läge da näher als euch bei der Gelegenheit auch mal hier von einigen meiner liebsten Fotospots rund um Speicherstadt, Fleete, und Elbufer zu erzählen.

Die schmalen Häuschen am Nikolaifleet (hier fotografiert von der Hohen Brücke) erzählen ein spannendes Stück Hamburger Stadtgeschichte. Foto: Sandra

Die schönsten Fotospots in Hamburg: Unesco-Weltkulturerbe Speicherstadt und Chilehaus

Eins der wohl meist fotografierten Motive der Stadt ist die ab 1885 aus zollrechtlichen Gründen errichtete Speicherstadt, die schon von außen so viel Stadtgeschichte erzählt wie kaum ein anderes Gebäudeensemble irgendwo auf der Welt. Hamburg lebte schon damals von Handel, Werftarbeiten, Schifffahrt und seinem Hafen und war so über die Jahrhunderte auch reich geworden. Zumindest jedenfalls in den Schichten, die mit alldem die wenigste (körperliche) Arbeit hatten und dennoch am meisten verdienten.

Wer längs der Fleete auf Fotostreifzug geht, kann streng genommen eigentlich erstmal gar nichts falsch machen. Nördlich der Speicherstadt von der Hohen Brücke gibt es noch schnell einen Einblick in Richtung der schmalen Steingebäude am Nikolaifleet, die das Hamburger Hafenstadtbild vorm Bau der Speicherstadt in Erinnerung rufen. In der Speicherstadt selbst ist vor allem der Blick von der Poggenmühlen-Brücke auf das berühmte Wasserschloss, ein Anfang des 20. Jahrhunderts erbautes Gebäude, in dem man sich an klassischen Hamburger Schietwettertagen in einem gemütliches Teehaus aufwärmen kann.

Kaum ein Blick in die Hamburger Speicherstadt ist so ikonisch wie diese Perspektive des Wasserschlosses von der Poggenmühlen-Brücke. Foto: Sandra

Eher unter Architekturfans bekannt, steht im Schatten der Speicherstadt das Chilehaus, das nicht nur in seinem Innenhof wunderschöne Perspektiven bietet. Vor allem von seiner Ostseite aus betrachtet, zeigt sich das Gebäude als kleines Meisterwerk, das wie ein Schiffsbug spitz in den Himmel ragt.

Auf Fototour durch Hamburg: Unterwegs rund um Landungsbrücken und Elbtunnel

Von den Fleeten der Speicherstadt aus geht’s auf wenigen hundert Metern Fußweg dann aber ran an die Elbe, wo sich zumindest tagsüber ein Großteil des Hamburger Touri-Getümmels abspielt. Und was Hamburg von vielen anderen Städten unterscheidet, ist der Umstand, dass das gar nicht groß stört. Hier buhlen Fischbrötchenverkäufer:innen und Barkassenführer:innen um die Gunst der Besucher, immer wieder hört man Straßenmusik durch die Menge, sieht große und kleine Schiffe vorbeiziehen und das Fünkchen Meerluft, das Hamburg so besonders macht, liegt auch bei Wind und Wetter in der Luft. Wunderschön zu fotografieren sind hier nicht nur die Ausblicke vom Ufer aus, sondern auch die wuseligen Fluchten, die sich von den Brücken einfangen lassen.

Genau gegenüber der Landungsbrücken liegt im Hafenstadtteil Steinwerder einer der schönsten Ausblicke auf die Skyline der City, die seit einigen Jahren schon vor allem von der modernen Elbphilharmonie geprägt wird. Und praktischerweise ist sogar der schönste Weg hierher ein echtes Highlight für Hobbyfotografen. Hinter den Landungsbrücken, zwischen Brücken 6 und 7, liegt unter einer Kuppel der Zugang zum Alten Elbtunnel, den man stilecht mit dem historischen Lastenaufzug erreicht. Unten angekommen unterquert man in dem 1911 eröffneten Tunnel auf fast einem halben Kilometer die Norderelbe und kommt oben in wenigen Schritten zu einem Aussichtspunkt rüber zur Stadt.

Der Alte Elbtunnel führt nicht nur zu herrlichen Perspektiven auf die Stadt, sondern ist auch selbst ein traumhaftes Fotomotiv. Foto: Sandra

Hamburg vom Wasser aus: Für die schönsten Stadtfotos mit der Fähre aufs Wasser

Zurück an den Landungsbrücken geht’s für einen weiteren Perspektivwechsel am besten direkt rauf aufs Wasser. Praktischerweise starten hier alle paar Minuten im Tagesticket des ÖPNV enthaltene Fähren, die Arbeiter:innen zu ihren Arbeitsplätzen auf Werften und im Hafen bringen und Tourist:innen zu den Stadtteilen entlang der Elbe. Die klassische Sightseeing-Route fährt die Linie 62, die von den Landungsbrücken über Altona und Bubendey-Ufer nach Finkenwerder fährt. Gerade an sonnigen Tagen ist die Hin- und Rückfahrt der ideale Ort, sich einfach mal ein paar Stunden vom anstrengenden Fotowalk zu erholen und trotzdem immer wieder tolle Motive an sich vorbeiziehen zu sehen.

Nicht ganz so weit weg, aber dafür hinter die Kulissen des Hafenalltags, fahren die Boote der Linie 73. Nachdem viele Tourist:innen hier schon an den Theatern im Hafen ausgestiegen sind, fährt die Linie weiter zur Ernst-August-Schleuse, vorbei an Schiffsdocks und unzähligen Hafenkränen.

Die schönsten Fotospots in Hamburg: Unterwegs zwischen St. Pauli und Altona

Nachdem die müden Beine sich auf der Fähre einen Moment Pause gegönnt haben, lohnt sich für den nächsten Teil des Fotostreifzugs ein Spaziergang zwischen St. Pauli und Altona, wo zwischen moderner Architektur und dem Altonaer Fischgroßmarkt weitere unzählige tolle Fotomotive warten. Einen der spektakulärsten Ausblicke auf die vielen Hafenkräne hat man zum Beispiel aus dem gläsernen Foyer eines Bürogebaudes (Titelbild) an der Großen Elbstraße unweit der Köhlbrandtreppe, die selbst ein hübscher Fotospot ist.

Nicht weit von hier wartet etwas weniger als 150 Stufen oberhalb der Elbe ein weiterer Perspektivwechsel hinter dem großen Kreuzfahrtterminal in Altona, einem von drei Schiffsterminals, wo heute Monat für Monat Tausende Reisende in Hamburg Kreuzfahrten in alle Welt beginnen. Von der Aussichtsplattform nebenan, direkt gegenüber vom Altonaer Balkon, gibt es auch viel zu gucken, wenn gerade kein großer Pott auf neue Passagier:innen wartet und vor allem mit einer Kamera mit Zoom-Objektiv bekommt man von hier aus tolle Perspektiven von Stadt und Hafen eingefangen.

Ein toller Ort, nicht nur für Fotos, sondern auch um anstrengende Sightseeing-Tage ausklingen zu lassen liegt dann noch ein Stück weiter westlich hinterm Museumshafen Övelgönne. Mit den Schuhen in der Hand geht’s über den warmen Sand des Elbstrands rein in den Feierabend. Wer die Kamera doch noch bereit hält, kann mit Glück zwischen Sand und Wasser schöne Sonnenuntergangsfarben festhalten.

Ist der Aufstieg zur Aussichtsplattform am Cruise Center in Altona erstmal geschafft, gibt’s von oben herrliche Ausblicke über Stadt und Hafen. Foto: Sandra

Beim Fotospaziergang in Hamburg raus aus der Innenstadt und rauf auf den Süllberg

Natürlich ist diese Liste bei einer so großen und spannenden Stadt wie Hamburg alles andere als vollständig. Und auch ich habe noch unfassbar viele Winkel Hamburgs auf meiner persönlichen To-Do-List für Erkundungstouren – vor allem auch die Stadtteile, die etwas “ab vom Schuss” liegen. Ein solcher Ort ist mein letzter Tipp für einen Fotoabstecher, der in den westlichen Stadtteil Blankenese führt. Hier wachsen Villen die höchste Erhebung der Stadt hinauf und sorgen für ein Bild, das fast – naja zumindest halbwegs – mit den schönsten Fotospots an der Amalfi-Küste mithalten könnte. Am Elbufer in Blankenese reicht der Blick rauf zum Süllberg, einem Anblick von dem ich mich bislang noch nicht satt sehen konnte.

Getoppt wird der nur von der Fotoperspektive, wenn man oben im Treppenviertel steht und von hier runter zur Elbe schaut. An einer der breitesten Stellen des Flusses zwinkert einem die Nordsee von Nordwesten schon fast ein bisschen zu und die schnieken bunten Häuser der Viertels machen Hamburg im Hier und Jetzt aber wirklich zu einer der schönsten Städte der Welt.

Der Blick aus dem Treppenviertel im Stadtteil Blankenese runter zur Elbe lässt einem wieder und wieder den Mund offen stehen. Foto: Sandra

Und welche Fotospots in Hamburg ziehen euch immer wieder wie magisch an? Verratet es mir doch in den Kommentaren.

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