An Frankreichs Atlantikküste: Die Dune du Pilat bei Arcachon

Wer sich im Oktober am französischen Atlantik fühlen will wie mitten im Hochsommer, der macht an einem Sonnentag einen kleinen Abstecher an einen der magischsten Orte des Landes. 135 Hektar Sandfläche türmen sich südlich des Küstenstädchens Arcachon am Ufer der Bucht auf und bilden hier die Dune du Pilat. Wer auf ihrem Gipfel sitzt hat quasi freien Blick bis Amerika, der Runterweg wird zum gigantischen Abenteuer.

PRESSEREISE Stellt sich die Frage, welcher Gedanke mehr fasziniert: der, dass in Blickrichtung Westen, hinter dem Atlantik, nichts mehr kommt vor den südlichen Atlantikküsten Kanadas und den nördlichen der USA oder der, dass hinter dir, in Blickrichtung Osten Frankreich gerade einmal anfängt und von hier aus wirkt wie ein einziger gigantischer Kiefernwald. Von dem riesigen Sandhaufen in der Mitte, der die beide Ausblicke ermöglicht, ganz zu schweigen…

Der Ort, der so viele faszinierende Gedanken mit sich bringt, ist eins der meistbesuchten Naturdenkmäler Frankreichs und in dieser Sekunde – zumindest für mich, die vor lauter Staunen mal kurz das Atmen vergisst – der schönste Ort des Planeten. Die Dune du Pilat, mit fast 3 Kilometern Länge, bis zu 500 Metern Breite und 110 Metern Höhe die größte Wanderdüne Europas, liegt im Süden Frankreichs am Becken von Arcachon, keine 20 Minuten Autofahrt von der gleichnamigen Stadt entfernt.

Gesehen hatten wir sie an diesem Tag auf Pressereise am französischen Atlantik schon aus anderen Perspektiven aus der Ferne, erst vom Boot, das uns übers blaue Wasser auf die andere Seite der Bucht brachte, dann beim Spaziergang am Ufer des Cap Ferret, der Halbinsel, die sich auch von hier oben auf der Düne zwischen den Horizont und uns schiebt. Jetzt, nur wenige Stunden später, sind wir endlich ganz nah dran, und die veränderte Perspektive toppt jede Erwartung.

Am Ufer des Cap Ferret hast du den perfekten Ausblick auf die Düne und ihr riesiges Ausmaß. Foto: Sandra

Lieblingsorte in Europa: Die Dune du Pilat an der französischen Atlantikküste

Es ist Nachmittag, die Sonne gibt trotz des einsetzenden Herbsts hier am Atlantik gerade alles. Jugendliche haben es sich auf Picknickdecken gemütlich gemacht und warten auf das tägliche Spektakel des Sonnenuntergangs, von der Meerseite der Düne kämpft sich eine Reisegruppe bergauf durch den Sand und die Wanderer legen barfuß einige Kilometer im Sand über die Düne zurück. Und sehen dabei aus wie verirrte Ameisen auf einem ungewöhnlich ruhigen Ameisenhaufen.

Zu erreichen ist der gigantische Parkplatz am Fuß der Düne, der ein wenig an die Parkplätze vor Freizeitparks erinnert, entweder mit dem Auto oder mit einem Shuttlebus vom Bahnhof in Arcachon, die Stadt liegt etwa eine Stunde Autofahrt südwestlich von Bordeaux. Vom Parkplatz geht es zu Fuß in ein Waldstück, der Boden wird bald fein und sandig, es beginnt ein leichter Anstieg zur Düne. Wir haben an diesem Tag Christel im Schlepptau, eine Stadtführerin aus Arcachon, die uns schon die verschiedenen Stadtteile des Urlaubsörtchens am Atlantik gezeigt und uns auch auf die Halbinsel am anderen Ende der Bucht mit dem reizenden Leuchtturm begleitet hat. Die zierliche Französin erzählt unterwegs von der Entstehung der Düne, vor Tausenden von Jahren, von Wind, der die hungrige Düne noch heute mit frischem Sand versorgt. Von der Ostseite bergauf führt eine steile Treppe, sicher 150 Stufen sind zu erklimmen, bis der Scheitelpunkt der Düne erreicht ist und das Meer wieder in Sichtweite kommt.

Von der Düne Richtung Westen schaust du über Bucht und Halbinsel Cap Ferret auf den Atlantik. Foto: Sandra

Ausflug an die Dune du Pilat: Naturschutzgebiet bei Arcachon am französischen Atlantik

Dann ist es Zeit, den Wow-Moment einfach zu genießen, sich hinzusetzen aufs Wasser, den Wald und Tonnenweise Sand zu starren, Kamera Kamera sein zu lassen und Instagram Instagram. Der Moment lässt sich zwar mit technischen Mitteln festhalten, aber zurück kommt er nicht.

Dass es schwerfällt ihn zurückzulassen, aufzustehen und zurück ins Hotel zu fahren, ist keine Frage. Was es letztlich erleichtert ist der Umstand, dass der Runterweg von der Düne nochmal zum gigantischen Abenteuer mutiert. Der feine hellbraune Sand ist der schnellste Weg runter, die Treppe der langweilige. Also Rucksack schultern, Schuhe festhalten und ab durch die Mitte, immer schneller und schneller bergab. Der Mut zum Rennen kommt unterwegs und das Adrenalinlevel steigt. Und wer noch Zeit und Puste hat und den Ausblick aufs Meer jetzt schon vermisst, nimmt halt einfach nochmal die Treppe in Richtung Logenplatz zum Sonnenuntergang.

Warst du schonmal an der Dune du Pilat oder an anderen magischen Orten am französischen Atlantik? Welche Ausblicke aus deinen Urlauben möchtest du nicht missen? Schreib mir doch in die Kommentare.

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